Kritik am Messengerhype

Das Thema Messenger sollte nicht überbewertet werden. Auch hat diese Art der Kommunikation echte Nachteile - im Privatbereich besteht unbestritten sogar echte Suchtgefahr. Auf meine Frage, auf welchem Kommunikationsweg ein Bekannter seine priorisierten (wichtigen) Nachrichten mitteilt, habe ich folgende Antwort bekommen, die ich voll unterstütze:


Frage: Wie teilst du priorisierte Nachrichten mit?

Da habe ich verschiedene Methoden:

Ganz altmodisch per Telefon. Wenn es dringend ist, rufe ich an. Wenn keiner ran geht, schicke ich eine SMS oder eine E-Mail hinterher - oder beides. Bei manchen Leuten weiß ich auch, dass sie z. B. auf Arbeit nicht telefonieren, aber Messenger-Nachrichten beantworten. Da nutze ich dann [Messenger XY] oder SMS.

Andersherum hilft auch ein Anruf, wenn eine wichtige E-Mail ein paar Tage unbeantwortet bleibt.

Und ich helfe dem Leser beim selbst priorisieren indem ich einen Betreff wähle, der den Inhalt zusammenfasst. Wenn es wirklich dringend/wichtig ist, kann auch ein “Dringend” an den Anfang der Betreffzeile. Manche komplexen Anfragen können auch in mehrere E-Mails mit verschiedenen Themen geteilt werden. Dann kann mein Gegenüber auch wieder frei entscheiden, die Mail mit der kurzen Info sofort zu beantworten und das kompliziertere Thema später, wenn es ruhiger ist.

Und vermutlich der zweitwichtigste Aspekt - ich verschicke nicht so viele irrelevante Nachrichten. Ich bekam öfter mal das Feedback von Freunden, dass meine Facebook-Posts gelesen wurden - denn ich würde ja nur so selten etwas posten. In Gruppenchats dagegen treibe ich mich kaum noch herum. Die nerven, sind voll mit Babyfotos, Memos, Kettenbriefen und nicht zum Thema passenden Petitionen - wichtige Termine [Inhalte] sind irgendwo dazwischen verschollen.

Der wichtigste Aspekt ist das Recht auf Nichterreichbarkeit und Ruhe. Ich muss nicht immer erreichbar sein und meine Kommunikationspartner müssen das auch nicht. Meiner Erfahrung nach sind die meisten Dinge gar nicht so dringend, dass sie sofort beantwortet werden müssen oder nicht bis zum nächsten Tag oder Treffen Zeit hätten. Und nebenbei führt ein nicht ständig piependes Telefon zu weniger Stress. Und wenn es doch dringend ist, siehe oben.

Zusammengefasst heißt das: Ich denke vorher nach, ob und für wen meine Nachricht wichtig und/oder dringend ist und wähle dann den passenden Kommunikationskanal.


Auch ist es wichtig, die richtigen Empfänger zu wählen und seine Nachrichten nicht unnötig breit zu streuen.