Entscheidungsgrundlage

In Firmen/Organisationen/Behörden ist es immer wieder Aufgabe der Abteilung „IT/EDV“ eine Übersicht von „sicheren“ Messengern zu erstellen, die dann als betriebsinterne Entscheidungsgrundlage dient. Von der Erstellung einer neuen „Welche Messenger gibt es am Markt“-Übersicht kann nur abgeraten werden (es gibt hunderte Messenger!).
Statt dessen werden verschiedene Übersichten als Einstieg und Grundlage empfohlen: >> hier <<

Jede Firma, Behörde oder Organisation hat eigene Anforderungen an ihr IT-System, weshalb i.d.R. ein Pflichtenheft als Entscheidungsgrundlage erstellt wird. In diesem sind alle entscheidungsrelevanten Punkte und Kriterien aufgeführt.

Kriterien und Bewertung

Als Anregung für eine Kriteriumsübersicht wird hier auf die nach unterschiedlichen Bereichen sortierte Übersicht von „freie-messenger.de“ verwiesen. Diese darf frei verwendet und für eigene Zwecke geändert/ergänzt/angepasst werden. Um eine nachvollziehbare Entscheidung zu erhalten, die dann auch von allen Beteiligten akzeptiert wird, sollten die einzelnen Bereiche bzw. Kriterien in einer Nutzwertanalyse erst gewichtet und dann bewertet werden. Wichtig ist, dass sich die beteiligiten Stellen auf eine gemeinsame Vorgehensweise einigen und dann entsprechend die Kriterien bewerten.

Bei vielen Vergleichen ist das Kriterium „Sicherheit“ ist oft Augenwischerei von Firmen, die ihr Produkt verkaufen möchten und sollte deshalb bei einer Aufstellung von Kriterien genau definiert und vom Datenschutz abgegrenzt werden sollten. So z.B. AGB, Erhebung von Metadaten, Quelloffenheit, Serverkommunikation, Verschlüsselungstechnik, Identifikationskennzeichen, …

Eine sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wird überbewertet - Sie ist nicht der Maßstab sondern lediglich eine Grundvoraussetzung, die alle aktuellen Systeme/Messenger beherrschen sollten.

Bei der Entscheidung, welcher Messenger eingesetzt werden soll, spielt auch die Netzwerktruktur eine Rolle. Neben diesen zugrundeliegenden, technischen Gegebenheiten ist es hilfreich, die hierauf aufbauenden Kommunikationsregeln („Protokolle“) von den Anwendungsprogrammen („Clients“) zu unterscheiden und auch hier eigene Anforderungen festzuhalten. Soll/muß das Protokoll z.B. überprüfbar, allgemeinverfügbar, erweiterbar sein?

Im Vorfeld können auch bestimmte Pflicht- oder k.o.-Kriterien benannt werden.

Mögliche Maßstäbe für die Punktevergabe sind sehr individuell:

  • 5er-System mit neutraler „Mitte“:
    • 5=Sehr wichtig / 4=wichtig / 3=neutral / 2=weniger wichtig / 1=unbedeutend
    • 5=Perfekt / 4=gut / 3=neutral / 2=schlecht / 1=mangelhaft
  • orientiert am Schulnotensystem: Note 1 = 6 Punkte, …, Note 6 = 1 Punkt
  • feiner granuliert mit 1 bis 10 Punkten oder
  • lediglich ja (1 Punkt) und nein (kein Punkt)

Beispielhafter Auszug aus einer Nutzwertanalyse/Entscheidungsmatrix:

Bildschirmkopie / Beispiel Nutzwertanalyse

Vorteile

  • Entscheidungen können transparent gefällt werden.
  • Die Entscheidungsfindung liegt schriftlich vor und kann auch in der Zukunft nachvollzogen werden.
  • Die Nutzwertanalyse kann gut im Team und/oder von verschiedenen Personen durchgeführt werden und als Diskussionsgrundlage dienen.

Nachteile

  • Die Bewertung ist recht subjektiv.
  • Die Festlegung der Gewichtung und die Vergabe von Punkte sind keine exakt messbaren Vorgänge.
  • Bei sehr vielen Alternativen und/oder Bewertungskriterien wird die Methode schnell zeitaufwändig.

Vorlage

Als Basis für eine eigene Entscheidungsgrundlage kann hier die Tabelle heruntergeladen werden: