Messenger: XMPP/Jabber

Vorwort

Sollte jemand Jabber „von früher“ kennen, so sollte beachtet werden, dass das System in den letzten 10 Jahren große Veränderungen erfahren und sich den aktuellen Anforderungen an modernes “instant messaging” angepassst hat. Wesentliche Weiterentwicklungen:

  • Nutzer müssen nicht gleichzeitig online sein
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit aktuellen Verschlüsselungsmethoden
  • Sprachnachrichten
  • Dateiaustausch unabhängig vom Format

Grundsätzliches

Um Chatten zu können, muss

vorhanden oder angelegt sein. Der Nachrichtenaustausch erfolgt dann mit einem XMPP-kompatiblen Programm freier Wahl.

Normalfall: Internetnutzung

Dank der Vorreiterrolle von „Conversations“ kann auf 80% der Smartphones mit einer moderen und intuitiven Benutzeroberfläche „getextet“ werden. Darüber hinaus gibt es jedoch noch weitere freie Messenger für die verschiedensten Betriebssysteme und für Browser:

Egal, welcher Messenger jedoch gewählt wird: Man kann im Chat-System “XMPP” weltweit alle anderen erreichen, ohne dass diese den selben Messenger installiert haben müssen. Wie bei anderen Programmen (z. B. Browsern, Dateimanagern, Bildbearbeitung, Musikprogrammen, …), kann der Benutzer das wählen, das ihm am Besten gefällt! Das „System“ funktioniert unabhängig hiervon.

* Eingeschränkt zu empfehlen ist der Multi-Messenger “Pidgin” (extern). Er ist zwar intuitiv nutzbar und unterstützt OMEMO - nicht jedoch die XMPP-Erweiterungen “MAM” (XEP-0313) :und “Message Carbons” (XEP-0280). Diese sind erforderlich, damit die Chat-Historie und Nachrichten auch auf mehreren eigenen Geräten zuverlässig verteilt werden.

Verschlüsselung

Eine Übersicht aller XMPP-Messenger, die die aktuelle OMEMO-Verschlüsselung unterstützen ist hier zu finden: https://omemo.top/ (extern)

Englischsprachige Hintergrundinformationen zu OMEMO: https://conversations.im/omemo/ (extern)


Nutzung im LAN: „Bonjour“

XMPP kann auch innerhalb eines eigenen Netzwerkes ohne Internetzugang genutzt werden. Die entsprechende Technik im Hintergrund nennt sich „Bonjour“. Ein sinnvolles Einsatzgebiet hierfür sind größere Nutzergruppen in einem geschlosssenen Netzwerk (LAN/WAN) wie zum Beispiel Arbeitsnetzwerke, Hörsäle, Wohnheime. Aber auch als Rückfallebene für die interne Firmenkommunikation, wenn durch Ausfälle/Wartungsarbeiten bei Telekommuniationsanbietern keine Internetverbindung besteht.

Interessantes Zusatzwissen

Dossier zu XMPP

The State of Mobile XMPP in 2016: https://gultsch.de/xmpp_2016.html (extern) mit (englischsprachigen) Informationen zu:

  • Reliability (Zuverlässigkeit)
  • Images and multiple devices (Bilder und mehrere Geräte)
  • Mobile ready encryption (Verschlüsselung)
  • An Excurse on Push (Informationen zum Funktionsweise von Push)

Versteckte Anwendergruppen

Oft ist überhaupt nicht ersichtlich, dass im Hintergrund XMPP als Basis eingesetzt wird. So gibt es richtig große Anwendungen mit mehreren Millionen Nutzern wie z.B. bei Onlinespielen oder auch bei Messengern, die ein individuell abgewandeltes XMPPP intern nutzen - aber nicht nach außen öffnen.

Externe Verweise (alle englischsprachig):

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